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18.000 auf Groß-Demo für Frieden
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Die dreiköpfige Band aus München mit ihrer "Front"-Frau Milena Hehl steht für deutschsprachigen Indie-Jazz mit Kante – stilistisch offen, in der Haltung kompromisslos.
Foto: Klaus Schramm
Bei verschmitztem Easy-Listening-Sound kommt die Frage des Refrains nicht mit erhobenem Zeigefinger daher: "War es ein Meteorit, ein Krieg oder kollektiver Suizid?" - dieser Frage stellt sich ein Forscher, der die wenigen Überreste der Zivilisation des 21. Jahrhunderts untersucht... Er findet nur noch Beton und Plasik. Traurig und lustig zugleich - ganz ohne bitteren Sarkasmus.
Foto: Klaus Schramm
Er berichtet vom aktuellen Tarif-Konflikt. Stürmischen Beifall erhält er für den Spruch: "Jeder Euro, den wir durch Streik erkämpfen, ist ein Euro weniger für Panzer!" Euphorie dämpft er jedoch mit der Aussage: "Die deutschen Gewerkschaften sind leider sehr vorsichtig, wenn es um politischen Streik geht. Wir müssen uns ein Beispiel an Frankreich nehmen!" Er spricht sich für eine zukünftig engere Kooperation der Gewerkschaften mit Schulstreik-Bewegung und Friedensbewegung aus.
Foto: Friedenskooperative
...der offenbar auch hier seine Fan-Gemeinde hat: "Ich habe gerade eine Dose warmes Bier geschenkt bekommen!" Als erstes will der Satiriker und (seit 2014!) Abgeordneter im Europäischen Parlament gleich eine "Aktionsgruppe Opas gegen Wehrpflicht" gründen... Aber er hatte auch ein paar coole Sprüche mitgebracht: "Während sie in der Vergangenheit noch alle paar Jahre diskutiert haben, ob man euch Ballerspiele zumuten kann, haben sie jetzt kein Problem damit, euch direkt zum Ballern zu schicken!"
Foto: Klaus Schramm
Er beginnt seine Rede mit dem Hinweis, daß der größte deutsche Rüstungs-Konzern, Rheinmetall, weniger als fünf Kilometer vom Brandenburger Tor, im Bezirk Wedding, neben dem Humboldt-Heim , das ehemalige Pierburg-Autozuliefererwerk zu einer Fertigungsstätte für Artillerie-Munition umstellen will. 45 Kilogramm schwere Geschosse, die im Gaza-Krieg und "fast bei allen anderen Gräueltaten auf diesem Planeten" verwendet werden. Und: "Wenn dieser Staat und seine Vertreterinnen und Vertreter davon sprechen, daß wir kriegstüchtig werden sollen, heißt es genau: Nützliche zivile Produktion dazu umzubauen, daß von Deutschland Krieg, Mord und Zerstörung ausgeht. Aber es ist nicht nur der Wedding, wo Waffen produziert werden." Niklas berichtet, daß in Berlin-Adlershof in Kooperation mit dem israelischen staatlichen Rüstungs-Konzern IAI außerdem bald auch Drohnen produziert werden und im VW-Werk in Osnabrück demnächst Raketen. "Krieg beginnt, wo wir akzeptieren, daß Waffen produziert werden, daß junge Menschen an diese Waffen gezwungen werden, und Menschen denken, daß die Interessen des deutschen Staates und seiner Konzerne die eigenen wären. Weiter könnte die Wahrheit nicht entfernt liegen!"
Foto: Klaus Schramm
Elektronische Musik mit hammerharten Bässen und eine Rapperin, die weiß, wie sie das Publikum professionell "heiß" machen kann. Sie bricht die Erwartungshaltung und ist das Gegenteil einer "Norm-Barbie". Ihre Texte sind politisch und - nicht nur beim aktuellen Anlaß - befassen sich mit dem Thema Krieg. "Wir sind so viele Menschen hier! Weil wir für eine gemeinsame Sache kämpfen! Wir wollen unsere Zukunft selbst bestimmen! Wir sind unzwingbar! Und wir sind unzwingbar, weil die Liebe uns zusammenhält. Weil wir einander schätzen und respektieren! Unsere Wünsche, unsere Träume, unsere Meinungen!"
Foto: Klaus Schramm
"Die aktuelle Militarisierung ist nichts anderes als ein Schlag ins Gesicht einer ganzen Generation!"
Foto: Friedenskooperative
Der gemeinsame Auftritt von I’m DMA und 'Guterzogene Assis' zeigte: "Wir wollen lieber gemeinsam Musik machen, als aufeinander schießen!".
Foto: Anne Jurema
"Solange hier mit Kriegen Geld gemacht wird, kann es gar kein ernsthaftes Interesse an Frieden geben. Und im Kapitalismus ist das auch kein Fehler, sondern das System!"
Foto: Klaus Schramm
"Wir träumen vom Frieden, aber erst müssen wir ihn gewinnen und dafür kämpfen!"
Foto: Friedenskooperative
Sie warb um Solidarität für die Menschenrechtsbewegung im Iran und prangerte Bundeskanzler Merz dafür an, daß er lobend davon sprach, die Bombenabwürfe auf den Iran, seien "Drecksarbeit" im Interesse Deutschlands. Die Bomben träfen ihre Tanten und Onkel im Iran und Merz interessiere sich überhaupt nicht für die Menschen im Iran.
Foto: Klaus Schramm
...der sich für Medienkompetenz aussprach und dazu aufforderte, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Foto: Friedenskooperative
...die feministische und pazifistische Einsichten miteinander verknüpfte.
Foto: Klaus Schramm
...der von seiner nur kurze Zeit währenden "Laufbahn" als Wehrpflichtiger erzählte: "Mein erster Tag auf dem Schießplatz entwickelte sich zu einem Schlüsselerlebnis. Der Tagesbefehl lautete: »Wir üben heute das Kopfschuß-Training an Chinesen.« An diesem Tag wurde ich Pazifist. Ich weigerte mich zu schießen. Ich weigere mich bis heute, erst auf Zielscheiben zu schießen und danach auf Menschen."
Foto: Klaus Schramm
Wie ein menschliches Maschinengewehr legte er a cappella los und steigerte in den ersten Minuten sogar noch das Tempo...
...nur ein paar Zeilen: "Sie werfen den Bänkern das Geld hinterher, aber wir sollen blechen fürs Militär!" "Hitler-Grüße am Lagerfeuer - auf Menschen schießen als Abenteuer..." "Kohle für Raketen oder Panzerfäuste, während dafür verkommen die Krankenhäuser!"
Foto: Klaus Schramm
"Fick Krieg! Fick die Wehrpflicht! Ich bin stattdessen für mehr Liebe!"
Foto: Klaus Schramm
Rostocker Punk-Legende
Foto: Klaus Schramm
"Als ich achtzehn war, wurde ich für meine Entscheidung ins Gefängnis geschickt. Freunde und Familie brachen den Kontakt zu mir ab, und ich erfahre bis heute berufliche Unsicherheit und soziale Konsequenzen."
Foto: Klaus Schramm
Disarstar kritisierte, daß die Jugend mehr und länger arbeiten solle, Wohnraum immer knapper und unbezahlbar werde, Schulen verfallen und das Gesundheitssystem privatisiert und das Sozialsystem Stück für Stück abgebaut werde. "Laßt euch nicht verarschen!"
Foto: Klaus Schramm
"Unsere Zukunft wird von denen bedroht, die überall auf der Welt aufrüsten und Kriege vorbereiten. Diese Kriege, bei denen es um Märkte, Ressourcen und Handelsrouten geht – ob in der Ukraine oder im Nahen Osten. Wir sind nicht bereit, für diese Kriege als Soldaten eingezogen zu werden. Wir setzen unsere Zukunft nicht aufs Spiel, damit deutsche Unternehmen sich ein Stück von diesem Kuchen abschneiden können!"
Foto: Friedenskooperative
K.I.Z brachten die 18.000 zum Mitsingen ihres Songs "Frieden" – ein echter Gänsehautmoment vor der Kulisse des Brandenburger Tors.
Foto: Simon Bödecker (Ohne Rüstung Leben)
Foto: Klaus Schramm
Die Friedens-Demo 'Unzwingbar – Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht' am 2. Oktober 2026 in Berlin hat ein starkes Zeichen für Zusammenhalt, gegen Aufrüstung und gegen die Wehrpflicht gesetzt. Viele der TeilnehmerInnen zeigten selbst-gestaltete Schilder...
Foto: Klaus Schramm
...auf denen sie sich gegen Kriegsdienst und gegen den Aufrüstungs-Wahn, für eine Stärkung von Bildung, Gesundheit und Sozialstaat aussprachen. Die RednerInnen, die die Militarisierung in vielen Bereichen der Gesellschaft kritisierten, eine lebenswerte Zukunft für junge Menschen einforderten und eindringliche Zeugnisse von Verweigerung des Militärdienstes ablegten, erhielten viel Beifall. Die MusikerInnen spielten komplett ohne Honorar und gaben klare Statements ab. Daß zu dieser neuartigen Kombination von Open-Air-Konzert und friedenspolitischen Reden über 18.000 Menschen kamen, ist zu einem nicht unerheblichen Teil sowohl der provokativen Politik von Bundeskanzler Friedrich Merz und Militär-Minister Boris "Kriegstüchtig" Pistorius" zu danken als auch der massiven Militarisierung unserer Gesellschaft. 'Unzwingbar' bewies: "Die jungen Menschen in diesem Land wollen keine Generation Wehrpflicht sein. Sie wollen nicht zum Töten ausgebildet werden," wie Annegret Krüger vom Netzwerk Friedenskooperative sagte.
Foto: Regine Ratke (IPPNW)
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