21.06.2021

Wie können radioaktive Partikel
in den Stahl gelangen?

Metallschmelze, radioaktiv - Grafik: Samy - auf der Grundlage des Foto: Erdenebayar - Creative-Commons-Lizenz Namensnennung Nicht-Kommerziell 3.0
An der Innenwandung eines Reaktordruckbehälters und auch in den Rohren eines Dampferzeugers lagern sich radioaktive Partikel aus dem Primärkreislauf eines Atomkraftwerks ab. Nun können im Zuge des Abrisses eines AKW solche Metallteile zwar zerkleinert und mit mechanischen Verfahren behandelt, also beispielsweise abgeschliffen werden. Die radioaktive Kontamination läßt sich damit zwar verringern, aber nie mehr restlos beseitigen.

Auch beim nächsten Verfahrensschritt, dem Einschmelzen, bleibt zwar der größere Teil der radioaktiven Belastung in der Schlacke, doch auch hierbei kann die Radioaktivität nur verringert, aber nie mehr restlos beseitigt werden. Mit dem sogenannten Freimessen wird lediglich die Illusion erzeugt, es sei keine Radioaktivität mehr vorhanden.

Hinzu kommt noch folgende Problematik:

In jedem Stahl ist beispielsweise auch Stickstoff in mehr oder minder geringer Konzentration enthalten. Es ist sehr aufwendig, den Stickstoff-Anteil in Stahl mit speziellen Verfahren unter 30 μg/g zu drücken. Dieser - nicht zuletzt teure - Aufwand wird beispielsweise im Falle hochwertiger Stahlbleche getrieben, nicht jedoch für den Stahl etwa von Reaktordruckbehältern. Durch die Neutronenstrahlung der Kettenreaktion im Reaktordruckbehälter werden solche Einschlüsse von chemischen Elementen wie Stickstoff in radioaktive Isotope umgewandelt. Stickstoff kann sich dabei in den Beta-Strahler C-14 umwandeln - Halbwertszeit: 5.700 Jahre. Wird dieser radioaktive Kohlenstoff C-14 dann nach dem Einschmelzen und dem Wiederverwerten des radioaktiv kontaminierten Stahls freigesetzt, kann er durch Atmung inkorporiert werden. Prof. Dr. Rolf Bertram wies schon vor vielen Jahren darauf hin, daß mittels des sogenannten Freimessens radioaktive Partikel in die Umwelt verschleppt werden. Prof. Dr Rolf Betram vertritt den Standpunkt, daß mit dem "Freimessen" unsere Lebenswelt für alle Zeiten radioaktiv verseucht würde: "Eine untere Grenze, von der ab Radioaktivität unschädlich sei, gibt es nicht."

Hier der link:
https://weact.campact.de/petitions/stopp-des-exports-und-des-einschmelzens-radioaktiv-kontaminierter-metalle

 

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